Ramana Maharshi sitzend auf Bett

„Verfolge das Ich-Bewusstsein zurück zu seiner Quelle und du wirst diesen Zustand undifferenzierter Glückseligkeit erfahren, der schlafloser Schlaf ist.“

Inhalt

  1. Was ist die Quelle des Ich-Bewusstseins?
  2. Was bedeutet undifferenzierte Glückseligkeit?
  3. Wieso wird dieser Zustand schlafloser Schlaf genannt?
  4. Zusammenfassung

Was ist die Quelle des Ich-Bewusstseins?

Die Quelle des Ich-Bewusstseins ist das Selbst. Im Zustand der Identifikation mit dem denkenden Verstand, also im Zustand des Ich-Bewusstseins, glaubt der Einzelne, dass er das mentale Ich sei, welches jedoch lediglich ein Gedanke ist, der sich mit einem Bündel weiterer Gedanken identifziert hat. Aus der Tatsache, dass der Einzelne in der Lage ist, dieses Ich-Bewusstsein wahrzunehmen und zu beobachten, lässt sich schließen, dass das wahre Sein dieser Person nicht das Ich-Bewusstsein ist, sondern das tiefere, leere Bewusstsein auf dessen Oberfläche sich das Ich-Bewusstsein manifestiert.

Was bedeutet undifferenzierte Glückseligkeit?

Wer das Ich-Bewusstsein zu dieser Quelle zurückverfolgt, wird feststellen, dass er in Wahrheit diese Quelle, das Selbst, ist. Dadurch wird es möglich sich vom fragmentierten Selbst, dem Ich-Bewusstsein, zu lösen und in der Quelle des wahren Selbst zu verweilen. Dieser Zustand, der als Glückseligkeit beschrieben werden kann, kann deshalb undifferenziert genannt werden, weil ohne das Ich-Bewusstsein keine Unterscheidung zwischen Ich und Welt mehr stattfindet. Im Zustand des wahren Selbst begreift sich der Einzelne als untrennbar verbunden, mit allem was ist. Die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt entfällt. Das Einzige was bestehen bleibt ist die erfahrene Einheit des Seins.

Wieso wird dieser Zustand schlafloser Schlaf genannt?

Ramana Maharshi vergleicht den Zustand der Erkenntnis des wahren Selbst häufig mit dem Tiefschlaf. Genau wie im Zustand des Selbst, der ein Zustand der Vereinigung mit dem All ist, existieren im Tiefschlaf weder Gedanken, noch der denkenden Verstand oder das Ich-Bewusstsein, welches die Identifikation des Einzelnen mit dem denkenden Verstand ist. Es handelt sich um einen für uns lebenswichtigen Zustand, in dem das Bewusstsein leer, rein und im Frieden ist. Derjenige, der sein wahres Selbst erkannt hat, verweilt in einem dem Tiefschlaf ähnlich Zustand, der sich jedoch im Wachzustand ereignet und keineswegs von Schläfrigkeit, Trance oder Bewusstlosigkeit geprägt ist.

Zusammenfassung

Ramana Maharshi verweist oft auf die von ihm bevorzugte Methode der Selbsterkundung mit Hilfe der Frage „Wer bin Ich?“, mit deren Hilfe es gelingt, das Ich-Bewusstsein zu seiner Quelle, dem Selbst zurück zu verfolgen. Dadurch wird das Ich-Bewusstsein als die Illusion erkannt, die es tatsächlich ist und ein Aufgehen in der Quelle des Selbst stellt sich von selbst ein. Durch die Abwesenheit der differenzierenden Tätigkeit des denkenden Verstandes, entsteht die Erfahrung der undifferenzierten Einheit mit allem, was ist, welche allein zu tiefem Frieden und innerer Glückseligkeit führt.

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